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Unnötige Versorgungslücken Die Versorgung der Bevölkerung mit ambulanten psychotherapeutischen Dienstleistungen ist nicht gewährleistet. Bei ärztlichen PsychotherapeutInnen (PsychiaterInnen) bestehen lange Wartezeiten. Die kantonalen psychiatrischen Ambulatorien sind überlastet. Gleichzeitig haben immer mehr selbstständige psychologische PsychotherapeutInnen freie Kapazitäten. Psychisch Kranke sind benachteiligt Grund ist der Umstand, dass die Krankenkassen die Behandlungshonorare von selbstständigen psychologischen PsychotherapeutInnen nur bei bestehender Zusatzversicherung und nur mit hohem Selbstbehalt übernehmen. Kinderreiche Familien und PatientInnen mit niedrigem Einkommen können sich eine Zusatzversicherung kaum mehr leisten. Selbst wenn, verunmöglicht der hohe Selbstbehalt vielen von ihnen die Aufnahme einer Therapie bei selbstständigen psychologischen PsychotherapeutInnen. Zudem haben psychisch Kranke kaum noch Chancen, in eine Zusatzversicherung aufgenommen zu werden. Psychologische PsychotherapeutInnen sind benachteiligt Selbstständig arbeitende psychologische PsychotherapeutInnen sind hoch qualifizierte Berufsleute. Auf der Basis langjähriger Ausbildungen und Spezialisierungen erbringen sie für eine Vielzahl psychisch kranker Menschen spezifische und nachweislich wirksame psychotherapeutische Dienstleistungen. Leider geht die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) einher mit einer Benachteiligung psychologischer PsychotherapeutInnen: Obwohl diese über eine mit strengen Auflagen verbundene kantonale Praxisbewilligung verfügen, vielfach Therapieausbildungen gemeinsam mit ärztlichen KollegInnen absolvieren und die gleichen psychologischen Behandlungsmethoden anwenden, sind ihre Leistungen nicht durch die Grundversicherung gedeckt. Damit erschwert die aktuelle Rechtslage die privatwirtschaftliche Berufsausübung von selbstständigen psychologischen PsychotherapeutInnen. Leidtragend an diesem Versorgungsmissstand sind vor allem psychisch Kranke. Gleichstellung psychologischer und ärztlicher Psychotherapie Eine Verbesserung der Situation selbstständiger psychologischer PsychotherapeutInnen und damit der psychotherapeutischen Versorgung tut not. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe selbstständiger psychologischer PsychotherapeutInnen begrüssen das berufspolitische Engagement der Berufsverbände FSP, SPV und SBAP und unterstützen deren Bemühungen um die rechtliche Gleichstellung psychologischer und ärztlicher Psychotherapie. Von Patientenorganisationen wünschen wir uns, dass auch sie sich dafür einsetzen, dass psychologische und ärztliche Psychotherapie gleichgestellt werden. Ökonomisierung reflektieren Psychologische PsychotherapeutInnen erbringen ihre Dienstleistungen in einem gesellschaftlichen Umfeld, welches immer mehr von marktwirtschaftlichen Gesetzmässigkeiten bestimmt wird. Die zunehmende Ökonomisierung der Gesellschaft überführt nicht nur Spitäler und Ambulatorien in Unternehmungen, sondern beeinflusst massgeblich auch das Verständnis von Gesundheit und Krankheit, alles Psychische und zunehmend auch die psychotherapeutische Praxis. Wir können uns diesem gesellschaftlichen Prozess nicht entziehen. Wo immer möglich versuchen wir, unsere Rolle als Akteure und Gefangene der Ökonomisierung zu reflektieren. Durch unser psychotherapeutisches Handeln wollen wir dazu beitragen, der mit der Ökonomisierung der Gesellschaft verbundenen Entfremdung und ihren Auswirkungen auf die Psyche entgegenzuwirken. Unternehmerisches Knowhow erarbeiten PsychotherapeutInnen absolvieren nach Abschluss des Psychologiestudiums eine jahrelange, intensive, persönlich hoch anspruchsvolle sowie zeitlich und finanziell aufwändige Ausbildung. Erst dann dürfen sie ihren Beruf ausüben. Wollen sich PsychotherapeutInnen in einer eigenen Praxis selbstständig machen, realisieren viele, dass ihnen unternehmerisches Knowhow fehlt. Tatsächlich erfordert das Führen eines Kleinbetriebes nicht nur fachspezifisches Können: Ohne Wissen um grundlegende betriebswirtschaftliche Prozesse, ohne Businessplan, ohne Kenntnisse in Sachen Marketing und Kommunikation, ohne Altersvorsorge und Spezialisierung ist heute kein "Geschäft" mehr zu machen. Wir unterstützen delegiert arbeitende KollegInnen In unserer Arbeitsgruppe sind auch KollegInnen vertreten, welche unter Aufsicht und Verantwortung von ÄrztInnen delegierte Psychotherapien durchführen. Wir unterstützen KollegInnen, die sich aus dieser Rolle lösen und selbstständig werden möchten. Wir laden ein Unsere Arbeitsgruppe trifft sich zwei Mal pro Jahr. Ort und Datum werden im Forum bekannt gegeben. Fortgesetzt und vertieft werden die Gespräche im Forum. |
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Diese Seite wurde letztmals aktualisiert am 27.08.2010